Projekttage an der Hasselbachschule - 14. bis 18. Juni 2010

 

Auch dieses Schuljahr ging mit einem besonderen „Highlight“ zu Ende: Alle Hasselbacher kamen in Kontakt mit

„Naturwissenschaft und Technik“,

denn unter diesem Motto standen unsere diesjährigen Projekttage. Zwölf tolle Angebote standen zur Auswahl, jeder durfte vier auswählen und drei Wünsche wurden – entsprechend den drei Tagen – erfüllt.

So war die Schule am Montagmorgen erfüllt von geschäftigem Treiben. Fragen wie: „Wo ist das Haus der kleinen Forscher?“ oder „Wo kann man „Schwimmen und Sinken?“, geisterten durch die Flure. Aber nach kurzer Zeit hatte jeder sein „Forscherteam“ gefunden und ein eifriges Experimentieren und Ausprobieren begann.

In der Fahrzeugwerkstatt etwa wurden aus Schuhkartons, Klopapierrollen, Holzstäben und Pappscheiben Autos, Raketen und Windmobile gebaut, die mit der Luft aus aufgeblasenen Luftballons oder mit Gummibändern angetrieben wurden. Welch eine Freude, wenn sich die eigene Konstruktion als fahrtüchtig erwies!

In der Küche der OGS kamen die Kinder dem Geheimnis der Limonade auf die Spur und sie entdeckten beim Backen von Brötchen und Laugenbrezeln  verschiedene Treibmittel. Dass man die selbst hergestellten Getränke und das duftende Gebäck dann auch noch mit Genuss verzehren durfte, machte dieses Angebot besonders attraktiv.

Das „Haus der kleinen Forscher“ war oben im (Elfenbein)Turm unserer Schule untergebracht. Es hatte zwei (Klassen)Zimmer und man konnte dort die unglaublichsten Entdeckungen machen: In schwarzen Filzstiften ist nicht nur schwarze Farbe, sondern auch rosa und grün wurden mit Hilfe von Filterpapier und Wasser entdeckt. Mit Backpulver und Mineralwasser wurden Filmdöschen zum Explodieren gebracht, so dass der Deckel meterhoch in die Luft flog und in zwei durch einen Adapter am Hals verbundenen Limoflaschen wurde ein regelrechter Tornado im Wasser erzeugt. Auf dem Wasser wurde die Oberflächenspannung nachgewiesen und schwebendes Teebeutelgewebe zeigte eindrucksvoll, dass warme Luft nach oben steigt. Hier hätte manch ein Physiklehrer seine helle Freude gehabt.

Bei den Brückenbauern war Problemlöseverhalten, Kreativität und Ausdauer gefordert, denn es galt z.B., mit neun Keilklötzen aus Holz eine tragende Bogenbrücke zu bauen – eine echte Herausforderung an unsere kleinen Konstrukteure! Auch das Genie eines Leonardo da Vinci nachzuempfinden war gefordert: Aus 8 langen und 5 kurzen Holzleisten sollte eine belastbare Brücke mit großer Spannweite gebaut werden... Mit Feuereifer und dem Bauplan auf dem Tisch begaben sich die Kinder auf die Spuren des spätmittelalterlichen Meisters.

Sehr schöpferisch arbeiteten die Kinder, die aus winzigen Zeitungsschnipseln neues Papier anfertigten. Sie bekamen eine Ahnung, wie viel Wasser bei der Papierherstellung verbraucht wird und sie erkannten, dass nicht ähnliche Mengen an Holz verschwendet werden müssen, wenn man auch aus Altpapier (siehe Zeitungsschnipsel!) wieder brauchbares Papier herstellen kann. Informative Filme zum Thema und Einblicke in die Geschichte des Papiers rundeten ihre Einsichten ab.

Auch beim „Schwimmen und Sinken“ ging es um Experimente mit Wasser. Es wurde vermutet und dann ausprobiert, was auf dem Wasser schwimmt und welche Gegenstände sinken. Man fand z.B. heraus, dass nicht alle Steine sinken (Bimsstein schwimmt!!) und dass Holz nicht immer schwimmt (Tropenholz sinkt!). Nach manch überraschender Erkenntnis bei der „Materialprüfung“ durften die Kinder dann aus Styropor und Holz Schiffe und Flöße bauen, deren Schwimmfähigkeit selbstverständlich noch vor Ort in einem Planschbecken ausprobiert wurde.

Dass Luft durchaus nicht „nichts“ ist, erkannten unsere kleinen Forscher bei den Experimenten zum Thema „Luft“. Dass viele wärmende Hände den „Flaschengeist“ in einer dünnen Plastikflasche mobilisieren können, so dass ein 50 Centstück auf der Flaschenöffnung zu klappern beginnt, war schon bemerkenswert. Eine wirkliche Sensation aber war das, was eine Vakuumpumpe mit einem Schokokuss, der in einem Glas eingeschlossen war, machte: Der Schokokuss blähte sich mit dem Absaugen der Luft zu einem riesigen „Monsterkuss“ auf und als beim Anheben des Deckels wieder Luft in das Glas strömte, sackte er blitzschnell wieder in sich zusammen – das war wirklich obercool!!

In der „Schallwerkstatt“ konnten die Kinder herausfinden, dass man Schall nicht nur hören, sondern die Wirkung seiner Wellen auch sehen und spüren kann. Und wer hätte gedacht, dass man nur einen einfachen Esslöffel, ein Band und einen Tisch braucht, um die Töne einer mächtigen Glocke zu hören?!

Drei weitere Forscherteams gingen auf „Exkursion“ – sie verließen die Schule und suchten im Wald, auf der Experimenta in Lemgo und im Teutolab an der Universität in Bielefeld  nach neuen Erkenntnissen.

An allen drei Tagen waren „Waldforscher“ unter der fachkundigen Führung einer Mitarbeiterin des Rolfschen Hofes und mit Frau Dücker unterwegs. Die Kinder erkundeten den Wald mit allen Sinnen: Sie durften durch einen Bach laufen, spürten den Waldboden an ihren nackten Füßen, ertasteten Baumstämme mit verbundenen Augen und sie betrachteten Tiere, die sonst ein wahres Schattendasein führen: Asseln, Schnecken und Larven wurden genau unter die (Becher)lupe genommen. So hatten viele den Wald bestimmt noch nicht kennen gelernt.

Am Dienstag fuhr eine Gruppe unserer „Nachwuchswissenschaftler“ mit „Elterntaxis“, für die wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken, zur Experimenta nach Lemgo. Sie haben dort unter anderem „luftgetriebene“ Raketenautos aus Holz gebaut und einen spannenden Film über das Weltall gesehen.

Auch die Kinder der vierten Schuljahre, die am Mittwoch mit Frau Freitag in einem vom Förderverein gesponserten Bus zur Uni Bielefeld ins Teutolab gefahren sind, kamen mit leuchtenden Augen und vielen neuen Eindrücken zurück: Sie berichteten von einer selbst gebauten Lochkamera, einem selbst angefertigten Kompass und von einem unglaublichen Versuch, bei dem ein hart gekochtes Ei in eine Flasche rutschte. Noch am selben Nachmittag wiederholte sich diese physikalische Sensation in einigen Pivitsheider Familien vor den Augen der staunenden Eltern und Geschwister.

Am Donnerstag wurden in den ersten beiden Stunden alle Projekte von den stolzen „Naturwissenschaftlern“ im Forum und in einigen Klassenräumen präsentiert, so dass alle Kinder auch einen Eindruck von den Projekten bekamen, an denen sie selbst nicht teilgenommen hatten. Außerdem waren viele interessierte Eltern gekommen, um die „Forschungsergebnisse“ ihrer Kinder in Augenschein zu nehmen. Die Resonanz, die die Kinder auf dem Flipchart im Forum zu den vergangenen Projekttagen schriftlich festhielten, war überwältigend positiv und begeistert. An dieser Stelle sei nur ein Mädchen aus dem dritten Schuljahr zitiert, sie schrieb: „Es war Spitze, wir könnten so was öfters machen – bitte, bitte ...!“